Beziehungsträume 4 – schlafen
Nachdem ich aus dem verworrenen Dahindämmern aufgewacht bin, das sich mir im nachhinein stets wie dunkler Spinnennetz-Nebel eröffnet, versuche ich meine Augen zu öffnen. Die Anstrengung ist zu viel für diese frühe Morgenstunde, und ich stöhne, während sich meine Lider ein kleines Stück weit öffnen. Alles noch dunkelgrau, mit einem frühmorgendlichen Blaustich, der aussieht wie blaues Weiß, schält sich eine verwaschene Kontur aus dem Dunkel neben mir. Während sich meine Augen anstrengen, um ein klares Bild zu bekommen, beginnt mein Gehirn langsam zu arbeiten. Ich erkenne langsam ein Gesicht, und hoffe, dass es deines ist.
Das schlafende Lächeln eines hübschen Mädchens beginnt sich zu formen, und ich muss unwillkürlich auch lächeln. Vorsichtig, um dich nicht zu wecken, streichele ich dir über die Wange, fahre an deiner Ohrmuschel entlang. Streiche dir ein paar Strähnen aus dem Gesicht. Das scheinst du gemerkt zu haben, deine Hand kommt unter der Bettdecke hervor und kratzt dich an der Nase. Dann verschwindet die Hand wieder und legt sich mir um die Hüfte. Vorsichtig rutsche ich etwas näher und lege meine Stirn an deine. Du schmatzt leicht im Schlaf, liegst dann wieder friedlich und ruhig. Dann schließe ich auch meine Augen wieder und genieße das wohlige Gefühl eines warmen Mädchens so dicht bei mir.
Ich muss nochmal eingeschlafen sein, denn als ich nochmal erwache, ist es nur wenig später. Die Sonne scheint senkrecht durch das Fenster, es ist brütend warm im Zimmer. Du hast die Decke zur Seite gestrampelt, dich gleich dazu, liegst nun in eine Ecke gedrängt weitab von mir.
Ich grinse verhalten, strecke mich nach der Gardine.
Der schwere, dunkle Stoff fällt zwischen mich und die Sonne, und im Zimmer wird es schlagartig dunkler und ich genieße die plötzlich auftretende Kühle auf der Haut.
Nach diesem Kraftakt zu allzu früher Mittagsstunde lasse ich mich schwerfällig und allem zum Trotz auch möglichst leise wieder ins Bett rutschen und lege mich neben dich, den Kopf auf die Hand gestützt.
Es stört dich nicht weiter, dass ich jetzt neben dir liege, du drehst dich in meine Richtung um , drehst dich auf die andere Seite, deine langen roten Haare fallen dir über dein Gesicht, du schläfst noch immer. Die Sonne scheint nicht durch den Vorhang, aber dein Oberkörper und deine Hüfte haben dennoch einen leicht goldenen Glanz, etwas gebräunt, wunderschön anzusehen. Zärtlich fahre ich dir mit meinen Fingerspitzen über das Gesicht, wandere an deiner Seite nach unten bis zu deiner Hüfte, dann wieder aufwärts bis zum Ohr. Du räkelst dich, schlägst die Augen auf, grinst mich an und drehst dich wortlos noch eine Drehung weiter in meine Richtung. Dies resultiert darin, dass du auf einmal halb mit deinem Rücken auf mir liegst. Ich greife mit meinem Arm um dich herum, streichele deinen Bauch. Du legst deine Hand auf meine, bewegst dich nicht weiter, liegst einfach nur da.
Eine Viertelstunde später scheinst du wieder eingeschlafen zu sein, ich kuschele mich vorsichtig in deinen Rücken hinein, drücke meine Gesicht zwischen dein Kinn und deine Schulter.
Vielleicht wachst du später nochmal auf, bist dann etwas aktiver. Ich beiße langsam in deinen Hals, warum auch immer, macht mir das Spaß. Du wachst auf, das merke ich daran, dass ich in die Nase gezwickt werde. Ich grinse und piekse dich in den Bauch, wo noch immer meine Hand liegt. Du zuckst zusammen, legst deine Hand auf mein Ohr und streichelst mir langsam über die Wange. Ich kuschele mein Gesicht an deines und lächle zufrieden. Neben dir aufzuwachen ist wunderschön.
Du drehst dich in meinem Arm um, drückst mich auf den Rücken und legst deinen Kopf dicht unter mein Kinn. Gegen so was habe ich nichts einzuwenden. Ich lege meinen Arm um dich, streichele mit der anderen Hand deine Schulter und deinen Oberarm, schließe im Verlauf der nächsten Minuten die Augen. Du bewegst dich ein wenig, rückst in eine etwas andere Position, was auch immer, die Hauptsache ist, dass du nicht fortgehst, dass ich dich weiter streicheln kann.
Das kann ich, und du scheinst gut drauf zu sein, beginnst zu schnurren, so gut das ein Mädchen eben kann.
Ganz der Mann, grunze ich zufrieden und taste dir mit den Fingerspitzen über dein Gesicht, fahre die Konturen nach, die Mundwinkel, über die Wölbung der Augen. Streiche deine Augenbrauen glatt, fahre kaum fühlbar über deine Lippen. Du schnappst nach ihnen, und ich lege meine Hand auf deinen Kopf.
Irgendwann scheine ich einzuschlafen, das merke ich noch. Dann wache ich irgendwann auf, weil deine Hand in kleinen Kreisen streichelnd langsam weiter nach unten rutscht.
Diesmal lasse ich mir nicht anmerken, dass ich wach bin. Wollen wir doch mal sehen, was du einem Schlafenden alles antuen wirst.
Ich bin neugierig.
Aber da du es bist, keineswegs abgeneigt.